Jeder kennt die interessante Form der Pupillen von Ziegen und Schafen. Bei Katzen und Hunden wiederum, sieht sie ganz anders aus. Und bei Nagetieren sitzen die Augen weit außen am Kopf. Egal, um welches Tier es sich handelt, die Natur hat sich bei der Verteilung der Tieraugen einiges gedacht. In unserem neuen Beitrag gehen wir auf die spannende Welt der Tieraugen ein.

Besonders in der Tierwelt ist Auge nicht gleich Auge – es gibt bestimmte Tiergruppen und -arten, die sich den gleichen Aufbau von Augenposition, Pupillenform und Eigenschaften teilen und dennoch hat jedes Tier seine Eigenheiten. Besonders bei Säugetieren entdeckt man große Unterschiede, denn vor allem die Platzierung in der Nahrungskette spielte im Laufe der Evolution eine große Rolle bei der Entwicklung dieses wichtigen Sinnesorganes.

Augen von Fluchttieren:

Tiere, die Gefahren schnell und im Rundumblick erfassen müssen, haben keine runden Pupillen, wie wir es von uns Menschen kennen. Außerdem befinden sich die Augen nicht im vorderen Bereich des Kopfes. Besonders von Pferden, Ziegen und Schafen sind die ‚schlitzförmigen‘ Pupillen bekannt. Sie sorgen für ein erweitertes Blickfeld. Und dank der Platzierung links und rechts vom Kopf kann auch von hinten kommende Gefahr frühzeitig erkannt werden. Abgesehen von diesen Eigenschaften können diese Tiere aber ähnlich scharf und farbig sehen, wie der Mensch.

Augen von Raubtieren:

Hat ein Tier keine große Zahl natürlicher Feinde, sondern zählt selbst zu den Jägern, gleichen die Augen den menschlichen sehr. Frontal platziert bieten sie optimale Sicht bei der Jagd. Und durch die bewegliche, runde Pupille lässt sich die Beute bestmöglich fokussieren. Außerdem können beispielsweise Raubkatzen ihre Pupillen deutlich verengen oder weiten, um sich an starke Helligkeit oder Finsternis anzupassen. Hinzu kommt eine zusätzliche Schicht innerhalb des Auges, die sogenannte Spiegelschicht oder auch Tapetum. Diese Schicht liegt hinter der Netzhaut und reflektiert ankommendes Licht ein zweites Mal, wodurch diese Tiere nur ein Sechstel der Lichtmenge benötigen, die ein Mensch zum Sehen mindestens braucht.

Augen von Raubvögeln:

In Sachen Platzierung und Pupillenform gehören Adler, Falke und Co. zu den Raubtieren. Doch eine Sache haben sie den am Boden jagenden Tieren voraus: sie haben einen außergewöhnlichen Zoom-Mechanismus in ihren Augen. Dank dieser Fähigkeit sind sie in der Lage, ihre Beute bereits aus mehreren hundert Kilometer Entfernung zu erfassen und zu verfolgen. Zusätzlich können manche Vogelarten ultraviolettes Licht sehen, was ihnen das Aufspüren von Mäusen über deren Urin ermöglicht.

Augen von Insekten:

Die wohl spannendsten Augen haben Insekten. Kaum ein Insekt hat nur zwei Augen, meist handelt es sich um Tausende Einzelaugen. So beispielsweise bei Libellen, Fliegen und Co. Die Faszination des Ganzen: Jedes dieser zahlreichen kleinen Augen ist in eine andere Richtung ausgerichtet. Durch die mosaikartige Anordnung sehen Insekten allerdings nicht besonders scharf.


Neben den genannten Varianten an Tieraugen gibt es noch viele weitere. Und bei jeder einzelnen Version hat sich die Natur ihren Teil gedacht. Denn nicht nur bei uns Menschen stellt das Sehen den wichtigsten Sinn dar. Für viele Tiere sind zuverlässige Augen von enormer Bedeutung und überlebenswichtig. Wollen Sie mehr über die Funktionen und Eigenschaften des Sehens erfahren? Dann sprechen Sie uns gerne an.

Beitrag: Rocktician.com, Bilder: Pexels.com